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Huldigungen

Nö, schön. Dieso total melancholische Melodie, die nach den ersten zwei Minuten von Fading Away einsetzt, die haben Telefon Tel Aviv da in jedem Falle reingeschmuggelt. Neben dem ganzen Spiel, dem Fiepen, Klonken und Klacken, der Electronica also, ist das wie ein kleiner Ausflug auf die Veranda zu den Cowboys und zu Sonnenuntergängen und vielen tragisch endenden Liebesgeschichten. [ø]
17.1.06 17:16


Die Boards Of Canada konnten immer als Großmeister einer Erinnerungskultur verstanden werden. Mit The Campfire Headphase wird nicht an das 2002er-Geogaddi-Album, sondern an das kultisch verehrte Erstlingswerk für Warp Records, Music Has The Right To Children, angeknüpft. Auch das Cover zeigt wieder ausgewaschenes, gesichtslose Menschen. Oscar See Through Red Eye könnte so auch getrost auf der oft als hippiehaft verschrienen Scheibe zu finden sein. Der Song klingt überreif, klar, perfekt, nach viel Arbeit, die Zeit zwischen diesem und dem letzten Album wurde scheinbar nicht lediglich mit der Gitarre an Lagerfeuern, an den Betten der Kinder oder in irgendwelchen Wäldern verbracht. Sehr vielschichtige Musik. Stichtag ist der 15. Oktober.
13.9.05 09:26


[when they found your bod] Man kennt das: erschütternde, gar entwaffnende Musik. Low machten das, einst, mit mir. Mit Things We Lost In The Fire (der Titel, schon, der Titel!), im speziellen mit dem unglaublichen Opener. Die schleppenden, monotonen Live-Drums, dazu der duale Gesang. Streicher dürfen bei einer derartigen murder ballad natürlich ebenfalls nicht fehlen. Mich erinnert das auch immer an die Rock-Schule von Mogwai, weil das eine sich so hinziehende, scheinbar sehr englische Traurigkeit ist, die die Tracks atmen. Hier, bitte.
16.7.05 13:17


Songbird. Eines der vielen wenigen Lieder von Oasis, die mich wirklich berührt haben. Mich heute wieder daran erinnert, wie ich das zum ersten Mal gehört habe, auf diesem Album, auf welchem mir sonst so gar kein Lied gefallen wollte. Und diese Zeit, in der es praktisch nur diese Band gab, für mich. Immer lediglich ausgewählte Lieder, nicht alles. Und in Vergessenheit werden sie geraten, bald schon. Stimmt mich traurig, diese Tatsache.
30.4.05 16:27


Traurig kreiselt die Gitarre um einen Beat, kreiselt um eine einsame Frauenstimme, kreiselt um eine leiernde Melodielinie. Weitet sich selbst, ohne viel Luft zu machen, lässt diese für Manual typische Schwere aufkommen, die an Sonnenuntergänge und einsame Helden und Strände bei Nacht denken lässt. A Real America. Und hiermit sei dann auch auf Azure Vista hingewiesen, das fabelhafte neue Album des sehr produktiven dänischen Musikers.
22.4.05 23:46


Begräbnismusik sollte man das wohl nennen. Insofern lassen mich diese sieben Marsen-Jules-Stücke aus dem Jahre 2003 auch immer wieder über Begräbnisse nachdenken. Musik für einen zu begrabenden Sommer. Alles wird schwer und leicht zugleich, der Blick driftet ab ins leere Nichts, verliert sich in inexistenten Fluchtpunkten am Horizont. Track eins kommt ganz elegisch repetetiv und orchestral daher. Und eigentlich sind die Tracks eine Kette, bilden ein großes, stimmiges Ganzes: Vielleicht die beste Netlabel-Veröffentlichung ever.
10.4.05 13:41


Unter Kopfhörern.

Der Track beginnt mit Streichern, eingebettet in Rest- und Störgeräusche, die den Grunstein für die kommenden Minuten legen. Langsam und schwer hört man da einen in einer fremden Sprache vorgetragenen Choral, während vorne, direkt in deinem Kopf, vor deinen Augen, diese Klangwellen wabern, mäandern. Alles entwickelt sich zum einem Brei, symbiotisiert, füllt mich innerlich völlig aus. Und am Ende rauscht ein Wind durchs digitale Niemandsland.
9.4.05 23:21


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