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Selbstpoesie
Die ersten Takte straucheln, man sieht den stolpernden Mann fast vor sich, wie er sich dann aber wieder fängt, im letzten Moment, durch die Gitarre, die erst sanft zupft, dann sogleich, wieder auf den Beinen, energischer wird, dann den Song (Mann) zu beherrschen scheint; das Straucheln ist bereits nach zwei Minuten in Vergessenheit geraten. Mittwochs treffen sich Akustik und Analog, um gemeinsam zu musizieren, das Schöne zu feiern. Ein Abgesang auf etwas. I'm Not A Gun: Our Lives On Wednesdays. City Centre Offices, 2004.
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Muss dazu jetzt noch ein paar Worte schreiben, da es mich wieder und wieder zu Tränen rührt, wenn diese Kinder davon singen, dass Gott sie liebt, und dass ihnen die Bibel das sagt. Überhaupt: Die Kinder, die Geisterkinder, in dieser Musik. Als würden da Tote Musizieren, auf einer einsamen Insel. Und es gäbe einen Herr, den Dirigenten, den für die Geräusche und die Instrumentierung verantwortlich seienden. Am besten Nachts, wenn es dunkel und leise ist, mit einem großen Glas Wasser und einem Fenster servieren. Arturo En El Barco: Music For Students. Observatory, 2005.
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So stelle ich mir den Neo-Ouija-Klang vor. Man kommt sich plötzlich vor wie ins All geschmissen, wie allein auf weiter Flur. Um dich herum nur dieses Rauschen, dieses dich an Herbstnachmittage im Wald erinnernde. Alles klingt plötzlich wieder mysteriös, verheißungsvoll. Man möchte den Geräuschen nachspüren, ihnen in die Tiefen des Waldes folgen. Diese Musik ist von daher nicht gut, weil es auch noch andere Menschen gibt, auf dieser Erde. Man nicht am Morgen als letzter verbleibender Mensch aufwacht, über diese Tatsache zu Tode betrübt. So klingen alle Tracks: Als würde da jemand an einem unbedeutenden, namenlosen Morgen aus dem Bett steigen und plötzlich realisieren, dass ausser ihm keine Menschen mehr existieren. Und diese Traurigkeit, in Klangform. Praveen: Backed By Spirits. Neo Ouija, 2005.
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Hier scheint der Sound einem plötzlich bedrohlich Nahe zu kommen, Nahe kommen zu wollen. Diese Spannung, die erzeugt wird, wenn Druck ausgeübt wird, auf eine Metallfeder. Post-Rock nennt man das auch. Geht hier natürlich anders. Artifizieller, kreiselnder, ein fast aggressiv pulsierendes Grundrauschen. Am Ende legen wir uns dann gemeinsam hin, schließen die Augen und fragen uns, wieso da je von einer Agression die Rede war. Radian: Juxtaposition. Thrill Jockey, 2004.
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Keine Metapher, nur das Wort, wirklich. Viele, verschlafene, Augenaufschläge, hier. Wie ein warmer Sommer, die Äpfel sind groß und rot und schon überreif und fallen bald von den Bäumen, denn der Herbst ist schon nah. Hippie. Boards Of Canada: Music Has The Right To Children. Warp Records, 1998.
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Schleppend setzt Gesang ein. Markant, Micha Acher Gesang. Schleppend auch der Beat. Alles sehr träge, »Hinterwäldler-Musik«, dachte ich gleich. Eine akustische Gitarre, an Nick Drake erinnernd, ist auch dabei. Großes, ganz großes Kino! The Notwist, Solo Swim, Alien Transistor, 2004.
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Hatte einen irren Blick, es war noch sehr früh. Eindruck, ich könnte würde müsste die Frau mir gegenüber jetzt vielleicht zu Tode prügeln. Sickoakes: Wedding Rings & Bullets In The Same Golden Shrine. Please Do Something, 2003.
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